Anna-Sophie Böttcher berichtet aus Houston (Texas / USA)
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Erfahrungsbericht über einen High School Aufenthalt in Houston, Texas 2005

Im August vor 3 Jahren bin ich nach einer laaangen Reise in Texas, Houston gelandet. Die Gruppe wurde während des gesamten Fluges bestens von team! betreut, sodass alles prima geklappt hat. Es standen mir 3 tolle Monate in den USA bevor, ich konnte es noch gar nicht richtig glauben. Mit meiner Gastfamilie hatte ich schon vor meinem Aufenthalt in den USA regen Kontakt, denn nachdem ich im November 2004 von team! ins Programm aufgenommen worden war, bekam ich schon Anfang Februar 2005 mitgeteilt, welche Gastfamilie mich aufnehmen würde. Für beide Seiten war dies sehr positiv, da man sich bis August schon ein recht gutes Bild voneinander machen konnte. Mitten in der Nacht empfingen mich meine Gastmutter Jean und mein Gastvater Jerry, meine beiden Gastgeschwister, Rebecca und Matthew, schliefen schon. Schon von weitem erkannte ich meine neuen Eltern und als mich beide strahlend empfingen und sich rührend um mich kümmerten, fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Als wir das Flughafengebäude verließen, traf mich allerdings erst einmal der Schlag. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit in Houston waren schon gewöhnungsbedürftig! Direkt am nächsten Tag fuhr ich mit meiner Gastmutter in die „Clear Lake Highschool“, um mich anzumelden. Dort traf ich dann zum ersten Mal Rebecca. Ich hatte den Eindruck, dass sie zunächst nicht so recht wusste, wie sie mit mir umgehen sollte, doch schon am Abend, als wir alle zusammen am Tisch saßen und aßen, taute sie auf und am Ende meines Aufenthaltes wollte sie mich eigentlich gar nicht mehr gehen lassen. Am ersten Tag suchte ich also all meine Schulfächer aus, was gar nicht so einfach war, da das Angebot enorm war, man wurde regelrecht erschlagen von der Vielzahl der Fächer. Irgendwie schaffte ich es dann aber, sieben Fächer auszuwählen: BS IMG (ein Informatikkurs) Painting, German ;-), English, US History, Drawing und Golf. Wie man sieht, war mein Stundenplan nicht der anspruchvollste, aber die Stunden waren auf jeden Fall sehr lustig. Das tägliche Highlight waren die Deutschstunden, denn mein Deutschlehrer meinte immer mich verbessern zu müssen, was schon äußerst amüsant war… Meine Highschool war riiieesig! Deshalb war es am Anfang schwierig die Klassenzimmer rechtzeitig zu finden, doch die meisten Schüler waren sehr hilfsbereit und haben mich anfangs manchmal sogar zu meiner Klasse geführt. Leider habe ich es nicht immer geschafft, wirklich pünktlich zu erscheinen, was mir dann einen so genannten „tardy“ einbrachte, und das gleich dreimal. Ich wurde zum Putzen, Schrubben und Müll einsammeln verdonnert, und so was passierte mir - wo ich in 13 Schuljahren eigentlich immer pünktlich war- aber die amerikanischen Lehrer kennen auch bei Gastschülern keine Gnade. Optimal betreut wurde ich dagegen außerhalb der Schule durch zwei „Area Coordinators“ von „World Heritage“, der amerikanischen Partnerorganisation von team!. Sie organisierten einige Male Treffen und Aktivitäten mit anderen Gastschülern, was mir sehr gefiel, da so ein Erfahrungsaustausch stattfinden konnte. Von anderen weiß ich, dass die Koordinatoren sich intensiv und schnell um Probleme gekümmert haben, ich hatte zum Glück keine! Obwohl ich nur drei Monate in den USA war, habe ich viel gesehen, erlebt und erfahren. Dies habe ich meiner Gastfamilie zu verdanken, da diese enorm viel mit mir unternommen hat! Von Anfang an behandelten mich alle uneingeschränkt als Mitglied der Familie. Besonders zu spüren bekam ich die liebevolle Zuwendung während unserer Flucht vor dem Hurrikan „Rita“. Während dieser Zeit lebten wir auf engstem Raum, inklusive Golden Retriever Pluto, in verschiedenen Hotels. Zuvor hatten wir das riesige Haus für den Hurrikan vorbereitet, was mir schon etwas unheimlich vorkam. Allerdings bekam ich auf der unfreiwilligen Reise viel von Texas zu sehen! Die Verwandtschaft meiner Gastfamilie lernte ich anlässlich einer Hochzeit kennen, zu der wir nach Wisconsin flogen. Auch dort wurde ich von allen herzlich aufgenommen. Einmal bot mir sogar der Chef meines Gastvaters ein besonderes Vergnügen, er lud mich auf eine Ranch ein, von der aus wir einen vierstündigen Ausritt unternahmen. Dieses Erlebnis werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen, es war einmalig! Zu meiner Gastfamilie habe ich bis heute regelmäßig Kontakt, letztes Jahr haben meine Gasteltern- und Geschwister meine Familie und mich hier in Deutschland besucht. Eine Woche lang bin ich dann mit ihnen quer durch Deutschland gereist, auch dieses Erlebnis bleibt mir unvergesslich! Auch wenn mein Aufenthalt in Houston nur drei Monate gedauert hat, so war die Zeit doch unglaublich intensiv und produktiv für mich! Auch sprachlich habe ich enorm profitiert! Ich würde solch einen Auslandsaufenthalt jederzeit wieder machen und ich kann es wirklich jedem empfehlen, der aufgeschlossen für Neues ist! Team! verdanke ich die perfekte Organisation aufgrund derer ich mich immer sicher gefühlt habe.

Anna-Sophie Böttcher