Louisa Kühnel berichtet aus Loveland (Colorado / USA)
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USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Mein Name ist Louisa Kühnel und diesem Statement kann ich nach meinem Austauschjahr im Bundestaat Colorado nur zustimmen. Ich habe das Schuljahr in Loveland, einer kleinen Stadt, die eine Stunde entfernt von Denver liegt verbracht. Und wie man so schön sagt, „it was the time of my life!“.

Ich war mir schon immer sicher, dass ich einmal ein High School Year in den USA verbringen möchte und meine Eltern haben mich dabei tatkräftig unterstützt.

Die ganze Sache, dass ich in ein fremdes Land fliege wo ich niemanden kennen werde, ganz alleine bin und meine Familie und Freunde ein ganzes Jahr lang nicht sehen werden war doch sehr unreal für mich, bis zu dem Tag als ich in das Flugzeug stieg. Der Abschied war sehr traurig, aber diese Gefühl wurde dann doch schnell von Vorfreude und Neugier verdrängt.

Mein Abenteuer begann und ich konnte es kaum fassen,  dass ich diesen Schritt wirklich gewagt hatte. Nach einer unvergesslichen Rundreise durch New York City, Philadelphia und Washington D.C., auf der ich auch viele nette andere Austauschschüler kennenlernte und viele Sehenswürdigkeiten sah die man sonst nur aus dem Fernsehen oder Büchern kennt, war es auch schon so weit meine Gastfamilie zu treffen.

Von Anfang an habe ich gemerkt, dass ich da wirklich tolle Menschen vor mir habe bei denen ich mich wie zu Hause fühlte. Sie haben mich nicht als Gast behandelt sondern sofort als gleichwertiges Familienmitglied. Meine Gasteltern und Gastgeschwister haben mir bei vielem geholfen und auch alles erklärt wenn Fragen aufkamen. Das Leben in den USA ist zwar nicht ganz so wie es immer von Hollywood dargestellt wird aber was die Schule betrifft wurden alle meine Erwartungen,  die ich hatte, erfüllt.

Ich wurde an meiner High School als Junior (11.Klasse) eingestuft. Meine Schule war ziemlich groß, 1500 Schüler, und ob man es glauben kann oder nicht, es machte einfach nur Spaß dort in die Schule zu gehen. An meinen ersten Schultag war ich natürlich sehr aufgeregt – aber diese Aufregung war unbegründet, mit der Sprache hatte ich gar keine Probleme und neue Freunde waren schnell gefunden, da Amerikaner wirklich sehr offene, freundliche und hilfsbereite Menschen sind.

Der Schulalltag war für mich etwas ganz Neues und total anders als man es in Deutschland gewohnt ist. Es herrscht einfach eine ganz andere Einstellung der Schüler zu ihrer Schule. Den Stundenplan kann man sich mit seinem Vertrauenslehrer im Großen und Ganzen selbst zusammenstellen und Fächer raussuchen. So kam es dann, dass ich Fächer wie Töpfern, Chor oder Geometry in Construction (in dieser Matheklasse haben wir ein Haus! Für eine obdachlose Familie gebaut) auf dem Stundenplan stehen hatte.

Nach der Schule gab es zahlreiche Möglichkeiten, wie Sport oder Clubs um sich in den Schulalltag einzubringen und besser zu integrieren. Ich wollte Basketball spielen und nahm an den „Try Outs“ teil. Alle waren sehr begeistert, dass ich als Deutsche diesen Sport einmal ausprobieren möchte auch wenn ich noch nie gespielt hatte und da er in Deutschland nicht sehr populär ist. Das Basketballteam in dem ich dann letztendlich mitspielte war einfach klasse. Das Teamgefühl war eine tolle Erfahrung für mich und die Stimmung auf den Busfahrten zu Spielen war immer sehr gut!

In der Schule fühlte ich mich rundum wohl. Die Schulfächer waren für mich im Grunde sehr leicht und die Lehrer waren wirklich freundlich und hilfsbereit, man hatte zu ihnen schon fast ein freundschaftliches Verhältnis.

Mit meiner Gastfamilie verstand ich mich das ganze Jahr über blendend und stehe auch weiterhin in Kontakt mit ihnen. Mit einer meiner Gastschwestern hatte ich ein sehr enges Verhältnis, ich verbrachte viel Zeit mit ihr und sie ist eine meiner besten Freunde dort geworden!

Unvergessliche Ereignisse gab es viele, eigentlich ist das ganze Jahr unvergesslich! Die Schule, die Footballspiele, die ganzen verschiedenen Schultänze, die neuen Freunde die ich dort gefunden habe, Ski fahren in den Rocky Mountains, mein erstes Halloween Fest, Ostern und Weihnachten einmal ganz anders als gewohnt erleben und natürlich meine wunderbare Gastfamilie!

Dieses Jahr, Land und Leute haben mein Leben und mich verändert. Wenn jemand fragt ob ich es wieder tun würde kann ich ganz  klar mit JA antworten, denn die Erfahrungen und Erinnerungen die ich dort gesammelt und erlebt habe kann mir keiner mehr nehmen.

Louisa Kühnel

 

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