Orewa: Samira Farmand berichtet vom Orewa College - Orewa, North Auckland (Nordinsel / Neuseeland)
Besucht uns auf:

Nach langem Überlegen hatte ich mich entschieden drei Monate ins Ausland zu gehen. Nur wohin? Ich wollte unbedingt ganz weit weg, irgendwohin wo ich nicht so schnell wieder hinkomme.
Meine Wahl fiel auf Neuseeland, meiner Meinung nach das schönste und facettenreichste Land der Welt!
Ich entschied mich auf das Orewa College zu gehen, da ich direkt am Strand zu Schule gehen wollte und mir das Angebot der Schule sehr gefallen hat.
Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch, bei dem ich ein wenig Englisch reden und einen kleinen Test absolvieren musste, um zu überprüfen ob meine Englischkenntnisse ausreichen, stand ich am 21. April letzten Jahres mit Familie und Freunden am Flughafen. Nachdem wir uns schweren Herzens getrennt haben, verlief alles problemlos. Nach 26 Stunden Flug, mit einer Zwischenlandung in Singapur, kamen wir in Wellington an, wo wir unsere Vorbereitungswoche verbrachten. Dabei wurde uns die Kultur Neuseelands ein wenig näher gebracht, (uns) erklärt wie wir uns bei unserer Familie zu verhalten haben, und (uns) wurden einige neue „Kiwi“ Vokabeln beigebracht. In der ersten Woche habe ich mich mit ein paar Mädchen angefreundet, welche wie sich herausstellte, auch auf meine Schule gehen sollten.
Nach einer Woche mussten wir uns wieder von unseren sehr netten Gastfamilien verabschieden. Der Abschied fiel jedoch nicht sehr schwer, da die Aufregung und die Neugierde wegen der richtigen Gastfamilie überwogen.
Nach einer Stunde Flug von Wellington nach Auckland, wurden wir mit einem Bus zu unseren Familien gebracht.
Ich war total aufgeregt und konnte es kaum abwarten die Familie endlich kennenzulernen. Zum Glück musste eine der Mädchen, die ich kennen gelernt hatte, die ersten Tage auch in meiner Gastfamilie verbringen, was mich etwas beruhigte.
Als wir endlich ankamen, wurden wir sofort sehr herzlich begrüßt und die Familie hat sich genauso gefreut wie ich.
Das Haus war wundervoll und der Ausblick auf den Strand fantastisch.
In meiner Familie habe ich mich sofort sehr wohl gefühlt und wurde gleich in das Familienleben integriert sodass ich mich schon nach wenigen Tagen wie ein Mitglied der Familie gefühlt habe.
Nun möchte ich noch ein wenig über die Schule und den Alltag erzählen.
Die Schule an sich ist wirklich schön und liegt auch nur fünf Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Sie hat ein großes Fächerangebot und es ist wirklich für jeden etwas dabei.
Leider, und das ist auch der größte Kritikpunkt meiner Reise, gibt es viel zu viele Internationals an der Schule, sodass es für die „Kiwis“ nichts Besonderes mehr ist, dass dauernd Austauschschüler kommen und gehen. Das macht es einem wirklich schwer „Kiwis“ kennenzulernen und man wird oft einfach ignoriert.
Trotzdem bin ich sehr gerne zur Schule gegangen und hatte auch sehr viel Spaß am Unterricht.
Ich habe auch freiwillig eine Schuluniform getragen, da man als inernational am Orewa College eigentlich keine tragen muss. Ich wollte aber unbedingt auch mal eine Schuluniform tragen und kann es jedem nur empfehlen.
Unsere International Betreuerin ist wirklich ein Engel! Sie hat uns so viel geholfen und uns das Leben am Orewa College um einiges erleichtert. Wenn man ein Problem hatte, egal ob es um Heimweh ging oder Probleme mit der Familie, sie hat einem immer gerne geholfen und eine Lösung gefunden.
Die Schule hat auch verschiedene Ausflüge für uns internationals angeboten, zum Beispiel waren wir einmal surfen und einmal schnorcheln.
Der Unterricht geht jeden Tag von 9 Uhr bis 15 Uhr. Dazwischen gibt es zwei Pausen. Eine ist 20 Minuten lang und die andere 50 Minuten. Jede Schulstunde geht 60 Minuten. Um ehrlich zu sein ist die Schule in Neuseeland viel einfacher als die Deutsche und es ist auch gar nicht anstrengend. Lehrer und Schüler haben so ein gutes Verhältnis zueinander, sodass ich manchmal wirklich sehr erstaunt war.
Aber so sind die Neuseeländer, alles ist viel lockerer und leichter.
Nach der Schule habe ich sehr viel mit meinen Freunden gemacht. Wir haben Sport getrieben, waren shoppen oder am Strand. Wobei es zum Schwimmen auch im neuseeländischen Winter leider zu kalt ist. Trotzdem ist der Winter in Orewa gar kein Vergleich zu unserem Winter. An manchen Tagen war es sogar ziemlich warm!
Gegen Ende meines Aufenthaltes habe ich noch einen Trip durch Neuseeland gemacht, den ich dort gebucht habe und der auch extra für internationals war. Der Trip war wirklich toll, dadurch habe ich fast ganz Neuseeland gesehen und auch einen Bungee Jump gemacht, den man in Neuseeland mit 16 Jahren auch ohne Erlaubnis der Eltern machen kann!
Die 3 Monate vergingen viel zu schnell und ich war tot traurig als ich mich unter Tränen von meiner Familie und meinen Freunden verabschieden musste.
Der Aufenthalt hat sich wirklich sehr gelohnt und ich will auf keine einzige Erfahrung verzichten.
Mein Englisch hat sich unglaublich verbessert und ich hatte dort schon nach einiger Zeit keine Probleme mehr flüssig zu reden.
Neuseeland ist wirklich wie eine zweite Heimat für mich geworden und ich freue mich schon drauf zurückzugehen und meine Familie wiederzusehen!