Pia Hagemeier berichtet aus Auckland (Neuseeland)
Besucht uns auf:

Ich hatte mich dafür entschieden, auf ein College nach Auckland zu gehen. Da es die größte Stadt in Neuseeland ist, habe ich es mit anderen großen Städten in Deutschland verglichen. Ich hatte die Vorstellung von einer großen, grauen, lauten Stadt mit vielen unfreundlichen Menschen. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Natürlich habe ich mir auch Gedanken über meine Gastfamilie gemacht. Ich habe mich darauf eingestellt, dass meine Gasteltern eventuell sehr streng sein könnten und ich mich mit meinen Gastgeschwistern überhaupt nicht verstehe, denn meine richtigen Eltern lassen mir sehr viel Freiraum und meine zwei älteren Schwestern sind schon zu Hause ausgezogen. Außerdem musste ich nie wirklich im Haushalt helfen, manchmal spülen, mal aufräumen oder das eigene Zimmer sauber halten, klar, das kannte ich, aber Wäsche waschen, bügeln oder richtig kochen, davon hatte ich keine Ahnung. Was wäre, wenn ich mit jemandem das Zimmer teilen muss, oder wenn ich abends nicht raus darf oder das Essen nicht schmeckt ....?! All diese Fragen und vermutlich noch etliche mehr, die mir jetzt absurd vorkommen, kamen mir in den Sinn. Von der Schule hatte ich die wenigsten Erwartungen. Ich dachte, sie würde genauso trocken und langweilig wie in Deutschland sein, in dem Punkt habe ich mich gewaltig geirrt. Allerdings hatte ich nie die Befürchtung, keine Freunde zu finden oder Langeweile zu bekommen, weil ich die Einstellung habe, dass man überall neue Freunde findet, wenn man nur offen dafür ist. Vor meiner Reise habe ich es nicht für möglich gehalten, dass ich im Monat so viel Geld benötigen würde, besonders da das Leben in Neuseeland um vieles billiger ist als in Deutschland. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass meine Gasteltern eben nur Gasteltern sind und man nicht mal eben etwas bekommt oder jemand die Zahnpasta für einen bezahlt. Da ich aber bei meinem Vorbereitungsseminar von team! das schon gesagt bekommen habe, war es zumindest für meine Eltern kein Problem mehr. In Neuseeland angekommen bemerkte ich schnell, dass ich es mit meiner Gastfamilie, eine Gastmutter und ein kleiner Gastbruder, sehr gut getroffen hatte. An meinen Gastbruder musste ich mich erst gewöhnen, wir verstanden uns jedoch sehr schnell und zurück in Deutschland habe ich es richtig vermisst, auf ihn aufzupassen. Im Haushalt hatte ich fast keine Pflichten, das Essen war super und gesund noch dazu und meine Gastmutter hatte nichts dagegen, wenn ich mal ins Kino wollte...! Sie hat mich mit zu Freunden genommen und mir die Stadt gezeigt. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und ein Zimmer hatte ich natürlich auch für mich. In der Schule habe ich die witzigsten Kurse gewählt und mich sofort mit einigen Kiwis angefreundet. Das wichtigste, ist am besten in irgeneinen Sportclub der Schule zu gehen. Da bekommt man am schnellsten Freunde. Hausaufgaben gibt es fast nie und Ausflüge gehören zu jedem Kurs dazu. Außerdem sind die Lehrer locker und sehr nett und wollen alle etwas von einem selbst oder von Deutschland oder Europa (das ist für die nicht wirklich ein Unterschied) wissen. Deswegen war die Umgewöhnung in Deutschland auch so schwer, weil die Schule in Neuseeland zur Nebensache geworden war und in Deutschland auf einmal wieder den Tagesablauf bestimmt...! Die Kiwis - Neuseeländer- sind total freundlich und super aufgeschlossen. Eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man in einer Großstadt erwartet. Langeweile kommt bestimmt nicht auf, denn man wird erstens zu jeder Party eingeladen und zweitens gibt es in Auckland und Neuseeland reichlich zu sehen...! Alles in allem bin ich in keiner Hinsicht enttäuscht worden und ich kann nur raten, die Zeit so intensiv wie möglich zu erleben, sie kommt so schnell nicht wieder. Ich wünsche allen, die sich entschließen einige Zeit im Ausland zu verbringen, viel Spaß!!!