Auckland: Hanna Specht berichtet aus Devonport, Auckland (Nordinsel / Neuseeland)
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Hallo, mein Name ist Hanna und ich bin für ein Jahr an die Takapuna Grammar School in Auckland, Neuseeland gegangen.

Ich hatte riesiges Glück mit meiner Familie, ich habe mich dort von der ersten Minute an willkommen und schon sehr bald zuhause gefühlt.

In der Schule war der Start ein kleines bisschen mühsamer. Zum einen war es nicht ideal, dass ich zum dortigen zweiten Semester oder Term 3 (also in unseren Sommerferien) eingestiegen bin, da so schon in den meisten Sportarten die Teams bestanden und es nicht ganz einfach war, in solche „extra curricular activities“ reinzukommen. Da hätte ich mir eigentlich ein bisschen mehr Unterstützung gewünscht, grade als Neuling an dieser großen Schule wo man in den ersten Wochen schon froh sein kann, wenn man den Klassenraum beim ersten Versuch findet.

Zum anderen fand ich es am Anfang verhältnismäßig schwer, mit Kiwis in Kontakt zu kommen. Alle sind zwar super hilfsbereit und freundlich aber um richtige Freundschaften zu schließen habe ich doch fast ein halbes Jahr gebraucht. Ich bin zwar ein aufgeschlossener Mensch aber wenn man neu an einer Schule ist, die anderen sich aber schon alle seit der Grundschule kennen und in dem Sinne nicht auf der Suche nach neuen Freunden sind dann – fand ich – dauerte es eine Weile bis ich wirklich gute Freunde hatte.

Viel einfacher war es, mit Internationals in Kontakt zu kommen. Die sind in derselben Situation wie man selbst und daher auch aufgeschlossener als viele Einheimische. Ich hatte also auch ein paar international Freunde, habe aber mit denen konsequent nur Englisch gesprochen und habe nicht aufgegeben, mit Kiwis in Kontakt zu kommen. Das hat sich echt gelohnt! Ich kann nur jedem, der dort hin geht empfehlen: lasst euch nicht entmutigen, wenn nicht sofort jeder auf euch zu rennt und euch begrüßt. An TGS zum Beispiel gibt es so viele International Students, dass viele Kiwis es gar nicht mehr so spannend finden, einen Deutschen in ihrem Kurs zu haben. Wenn man aber erstmal Freunde gefunden hat, hat man eine so viel bessere Anbindung und bekommt eben auch noch einen Einblick in andere Kiwi-Familien außer der eigenen Host Family.

Mit Heimweh hatte ich während diesen Jahres überhaupt keine Probleme, allerdings hatte ich auch einfach die beste Gastfamilie die ich mir hätte wünschen können.

Im dortigen Sommer hat mich meine Mama aus Deutschland besucht und wir haben zusammen eine 4-Wöchige Reise durch NZ gemacht. Es wird zwar eigentlich nicht empfohlen,  dass die Eltern zwischendurch kommen und ich kann mir vorstellen, dass es für Heimweh gefährdete Schüler ein Problem darstellen könnte aber für mich war es super da ich so NZ im Sommer bereisen konnte, was natürlich reizvoller war als im Winter. Und da ich noch 3 kleine (Kiwi-) Gastgeschwister hatte, kam Reisen mit meiner Familie nicht so wirklich infrage. Wir waren zwar schon mal übers Wochenende Campen aber größere Sachen waren erstens relativ teuer für 5 Personen und außerdem ein wenig schwierig mit den kleinen Kindern.

Was mir sehr zugute kam war, dass ich für meine Familie recht viel babysitten durfte (immer freiwillig – ich konnte jederzeit nein sagen!) und so kaum Taschengeld von meinen Eltern aus Deutschland brauchte.

Das schlimmste an diesem Auslandsjahr war für mich auf jeden Fall der Abschied! Ich habe dort so enge Kontakte geknüpft und mich so wohl gefühlt, dass ich gar nicht mehr weg wollte. NZ ist für mich wirklich ein zweites Zuhause geworden und sobald ich mit der Schule fertig bin und genug Geld zusammen habe werde ich in der ersten Flieger steigen und zurückgehen!

Ich beneide wirklich jeden, der diese wundervolle Zeit noch vor sich hat!