Winnipeg: Victoria Mußemann berichtet vom Vincent Massey Collegiate - Winnipeg (Manitoba / Kanada)
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Winnipeg – eine durchschnittliche kanadische Stadt mit knapp 650.000 Einwohnern inmitten von Manitoba. Und doch zählt sie für mich zu den tollsten Städten der Welt. Fünf Monate, von Januar bis Juni, habe ich dort verbracht und diese Zeit gehört mit Sicherheit zur aufregendsten meines Lebens. Doch nicht allein die Stadt Winnipeg war für diese tollen Erlebnisse verantwortlich; meine Familie, meine Schule und andere Kanadier waren die Dinge, die Winnipeg so genial machten.

Meine Gastfamilie hat team! wirklich perfekt für mich ausgewählt. Mein Gastvater,  meine Gastmutter, meinen beiden Gastschwestern (20 und 18), mein Gastbruder (12) und ich hatten genau dieselben Interessen und verstanden uns von der ersten Sekunde an super. Besonders mit meinem Gastbruder hatte ich sehr viel Spaß und nach fünf Monaten gemeinsamer Zeit fiel der Abschied sehr schwer. Doch auch mit meinen beiden Schwestern verbrachte ich viel Zeit und wir wurden richtig gute Freunde. Meine Gasteltern waren immer freundlich, offen und lustig und die ganze Zeit herrschte im Haus eine lockere, fröhliche Stimmung. An den Wochenenden unternahmen wir vieles gemeinsam, z.B. besuchten wir die Forks, wo die Flüsse Assiniboine und Red River zusammenfließen und man im Winter die längste Eislaufbahn der Welt aufsuchen kann, Assiniboine Park, die Mint, wo das Münzgeld hergestellt wird und tausend andere Orte in und außerhalb von Winnipeg. Mitte Februar fuhren wir für ein Wochenende zum Skifahren nach Assessippi (fünf Stunden von Winnipeg), wo wir ebenfalls sehr viel Spaß hatten. Anfang Juni reisten wir noch für ein Wochenende nach Fort Frances, Ontario. Diese Fahrt war eines meiner tollsten Erlebnisse mit meiner Gastfamilie. Wir verbrachten die Zeit in Ontario am Rainy Lake, fuhren Tretboot und Kayak, sahen Painted Turtles (Schildkröten, die die Farbe wechseln) und ich und mein Bruder schubsten uns gegenseitig in das eisige Wasser des See. Es war ein geniales Erlebnis. Auch jetzt zurück in Deutschland schreiben und skypen wir noch regelmäßig miteinander und ich kann es kaum erwarten wieder nach Winnipeg zu fliegen um meine Familie wiederzusehen.

Meine Schule war das Vincent Massey Collegiate und nur fünf Minuten Fußweg von meinem Haus entfernt. Die Schule war super und obwohl der Unterricht viel einfacher ist als in Deutschland, fand ich es spannender. Jeder Tag besteht aus fünf Fächern. Der Unterricht beginnt um 8:25am und endet um 3:25pm. Eine „period“ besteht aus 68 Minuten und zwischen jeder „period“ hat man fünf Minuten um das nächste Klassenzimmer aufzusuchen. Lunch ist eine Stunde. Die Vielfalt des Fächerangebots wäre in Deutschland unvorstellbar. Ich hatte jeden Tag die gleichen Unterrichtsstunden, nur „period 3“ wechselte jeden zweiten. Trotzdem war es nie langweilig. Zu meinen Fächern zählten unter anderem Drama, Graphic Arts und Wood Work. In Drama spielten wir jede Menge Spiele und übten verschiedene Theaterstücke ein. In Graphic Arts gestaltet man Poster, Logos,… am Computer. Wood Work war mein Lieblingsfach. Dort haben wir mit richtigen, großen Maschinen, wie in einer Schreinerei, einen Tisch gebaut, den ich sogar nach Deutschland geschickt habe. Alle meine Lehrer waren nett und das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist viel besser als in Deutschland. An meinem letzten Schultag war ich richtig traurig, dass das Schuljahr vorbei ist, da mir die Schule in Kanada wirklich total viel Spaß gemacht hat.

Das Wetter hat sich während der fünf Monate sehr verändert. Obwohl es ein milder Winter war, fand ich es in den ersten beiden Monaten eisig und teilweise hatte es wirklich -40°. Die Autos mussten an Steckdosen angesteckt werden, damit sie nicht einfrieren. Winnipeg ist übrigens nicht nur die kälteste Stadt Kanadas, sondern auch eine der windigsten. In den letzten zwei Wochen meines Aufenthalts hatte es dann jeden Tag über 30° und mit meinem Bruder konnte ich sogar noch das Freibad, das nur während der Sommerferien offen hat, kennenlernen.

Insgesamt kann ich nur jedem empfehlen für ein halbes Jahr oder länger eine High School in einem anderen Land zu besuchen, denn mein Kanadaaufenthalt war rundum genial und ich würde es jederzeit wiederholen! Diese Erfahrung kann man nirgendwo anders genauso erleben.

 

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