Lennart Bastert berichtet aus Winnipeg (Manitoba / Kanada)
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„Nä! Is’ dat kalt da!“ Mit diesen Worten umschrieb ich mein erstes Wissen über Winnipeg, meine Wahlstadt für meinen dreimonatigen Kanadaaufenthalt.

Vorfreude war also angesagt, der Brief mit meiner Gastfamilie kam (subjektiv betrachtet konnte der natürlich nur zu spät kommen) aber auch der Rest der Vorarbeiten verlief schnell und reibungslos. Klein Lenni ins Flugzeug geschubst, in Winnipeg wieder raus, Gastfamilien treffen, viel Anspannung und erste Gedanken wie: „Hey, wieso biegen hier einfach immer alle bei Rot rechts ab?“ „Oh, and Lenni, don’t you think I’m a bad driver, which I am by the way but anyhow, in Canada you are always allowed to turn right if there isn’t anybody in your way!“, kommentierte meine Gastmutter meine wohl erstaunten Gesichtszüge.

Die ersten Tage waren auch jetlagbedingt ein bisschen physisch ruppig, aber die vielen neuen Eindrücke, die schöne englische Sprache und natürlich direkt eine neue gekaufte Cd machten da vieles wett! Ich wurde in meiner Gastfamilie sehr herzlich aufgenommen und hatte ganz ehrlich keine Probleme was Kommunikation, Eingewöhnung oder sonstige Zweifel betrifft.

Das Wetter spielte uns mit weit reichenden Sonnenstrahlen für ein paar Ausflüge um die Stadt anzuschauen den sprichwörtlichen Ball vor die Füße und bis die Schule begann genoss ich die Eindrücke meines neuen Zuhauses.

In eben benannter standen zuallererst viele Tests und Selbstbeschreibungen an, die den erste Schultag auf.

Freitag (Dienstag fing die Schule an) verschoben und sofort war Zurücklehnen angesagt. Wer hier in Deutschland im guten Durchschnitt sich durch die Schule angelt hat dort nichts zu befürchten solange er sich nur mit Händen, Füßen oder natürlich Mundwerk verständigen kann. Versteht man etwas nicht fragt man nach, achtet auf den Kontext oder hält sich an Geschriebenes und Wörterbücher.

Mit den Jugendlichen meines Alters erlebte ich zumindest in der Schule wenige Unannehmlichkeiten. Von sich selbst muss man meistens schon auf andere zugehen, aber niemand wird behaupten, dass Kanadier hier abweisend wären! Allerdings müsst ihr Anfangs ein paar Leute besser kennen lernen, damit von beiden Seiten ein Freundschaftsgefühl entsteht, war für niemanden ein Problem, also auch hier der vielgehörte Rat: Keine Sorge, das wird schon!

Ein Highlight meines Aufenthalts war ein Ausflug zum Lake Winnipeg. Auf dem Flug hatte ich Freunde in Selkirk, einem Dorf 20 Minuten von Winnipeg entfernt, gefunden und bin mit einer Freundin „zum See“ gefahren. Kanadier benutzen nämlich keine Namen oder unbestimmte Artikel für irgendeinen See zu dem sie fahren sondern generell, egal ob es Lake Winnipeg, Lake Manitoba oder irgendein anderer der unzähligen kleineren Seen ist: „We’re going to out to the lake.“

Hier auch die Empfehlung für jeden sich auf jeden Fall mal soeinen anzusehen, am Besten wenn das Wetter mitspielt, denn kleine, verschlafenen Touristendörfchen werden durch Schlechtwetterwolken nicht gerade wachgepeitscht…

Hier besteht wie immer auch die Chance lustige, schöne und/oder komische Fotos, wie z.B. diese zu schießen:



Das Land Kanada ist unglaublich vielseitig. Weite Prärien, siedende Großstädte, schneebedeckte Berge, Frostwüsten und nie zu enden scheinende seenbedeckte Ebenen und jedes andere Naturwunder lässt sich in diesem faszinierenden Land finden.

Sitzt nicht rum ihr Schlawiner, denn wenn ihr schon so eine Chance habt, dann nutzt sie gefälligst to get your own REAL CANADIAN EXPERIENCE!

Canadian House
 

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