Sidney: Lina Schneeganss berichtet von der Parkland Secondary School - (British Columbia / Kanada)
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DER WEG IST DAS ZIEL

Erst vor ein paar Wochen bin ich wieder in Deutschland angekommen und es fühlt sich jetzt schon an, als wäre ich nie weggewesen. Aber während ich kanadische Musik höre und Diashows, Filme und Fotoalben für Familie, Freunde und die Schule erstelle, fange ich an zu realisieren was ich dort alles erlebt habe und das ich niemals vergessen könnte, was ich dort gelernt habe. Ich denke viele Jugendliche die ebenfalls diesen Aufenthalt durchgeführt haben, hatten viele Erwartungen oder haben sich viele Ziele gesetzt oder ihren Trip für eine lange Zeit geplant gehabt, aber ich habe es gemacht, weil ich gefühlt habe, dass es genau das Richtige in der richtigen Zeit für mich war und dass es der Weg ist, den ich gehen möchte und das ist auch mit Grund warum ich den Titel „der Weg ist das Ziel“ gewählt habe.

„Sometimes you don’t know the real value of a moment until it becomes a memory.“, war der letzte Spruch, den ich an der kleinen Tafel in meinem wunderbaren, kleinen Raum hinterließ. Ich habe das geschrieben, weil ich wusste, dass ich genau das fühlen werde und dass ich genau das durchmachen werde, wenn ich auf die riesige Kanadaflagge schaue, die über meinem Bett hängt und über all die Erinnerungen, die ich dort gemacht habe, nachdenke. Ich bin definitiv ein bisschen sentimental, aber es zeigt mir vor allem, wie sehr ich jeden Begleiter, den ich auf meiner Reise hatte, zu schätzen weiß.

Die erste Sache, für die ich so unglaublich dankbar bin, ist die zweite Familie, die ich in diesem wundervollen Land gefunden habe und dass ich weiß, dass deren Türen immer für mich offen stehen wird und meine für sie, ist echt der Wahnsinn. Man lernt gleichzeitig die Dinge die du zuhause hast zu schätzen aber auch die Dinge die du im Ausland magst, zurück in dein Heimatsland zu bringen.          Ich habe mich immer integriert und willkommen gefühlt und ich wusste von Anfang an, falls alles schiefgehen würde, dass sie mich nicht im Stich lassen. Außerdem weiß ich, dass ich immer mit ihnen verbunden bleiben werde und ich kann es kaum erwarten, bis wir uns wieder gemeinsam schrottlachen können.

Ich habe festgestellt, wie wichtig es ist englisch sprechen zu können und wie wundervoll es ist, die Möglichkeit zu haben, andere Sprachen zu lernen. Englisch verbindet Menschen. Ich habe Menschen von überall auf der Welt getroffen, aber weder sie noch ich konnten die Sprache des jeweilig anderen sprechen. Aber jeder konnte englisch sprechen, so konnten wir miteinander kommunizieren, miteinander lachen und lieben. Es ist einfach ein tolles Gefühl, eine andere Sprache flüssig sprechen zu können, wenn auch nicht perfekt, mit ihr zu spielen, neue Ausdrücke und Wörter zu lernen. Manchmal ist es auch einfach schön, wenn du über das, was du sagen möchtest nachdenken MUSST, weil es dir auch hilft vorsichtiger zu sein, mit dem was du sagst oder wie du es sagst. Eine andere Sprache für so eine lange Zeit zu sprechen, hat mir echt geholfen über etwas zweimal nachzudenken.

Was mir auch total geholfen dort, war die unglaubliche Natur und Landschaft, von der ich umgeben war. Das Meer, die Berge, der Wald, die Großstadt, kleine Dörfer. Alles war dort und alles war wunderschön. Ich habe noch nie so etwas gesehen. Ich konnte dort einfach ans Wasser laufen, um einen Kaffee oder Abendessen dort zu haben oder es mit jeder Busfahrt zu genießen. Ich habe es wirklich genossen die Gelegenheit zu haben, dort so oft zu sein.

„Ich hasse es mich zu verabschieden, es ist schrecklich.“ Aber meine Gastmama sagte zu mir, jedes Mal wenn ich mich von jemandem verabschiede, kann ich wieder Hallo sagen zu meinen anderen Leuten und das in einem komplett anderen Ort auf dieser Welt. Was also mit mir am Flughafen passierte: Ich habe geweint und zwar sehr viel. Aber zur selben Zeit habe ich gelacht. Das beschreibt wie ich fühle und denke über meine ganze Reise und es hätte nicht besser laufen können. Natürlich waren das Tränen aus Traurigkeit aber vor allem Freudentränen und ich bin so dankbar, dass ich so weinen konnte. Ich hoffe ihr genießt eure Reise so wie ich und das es euch dazu ermutigt immer weiterzureisen, denn das Leben ist wie ein Buch, und die Leute die nicht Reisen, lesen nur eine Seite.

 

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