Sidney - Saanich: Clara Dürsch berichtet von der Claremont Secondary School - Sidney - Saanich (British Columbia / Kanada)
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Five months far, far away!

Der Abschied am Frankfurter Flughafen fiel  uns allen sehr schwer. Meine Freunde und meine Familie waren gekommen, um mich noch einmal fest zu drücke! Am Gate traf ich einige anderen „Internationals“ aus ganz Deutschland. Ich sah Bekannte vom Vorbereitungswochenende wieder und war erleichtert meinen ersten Flug nicht ganz alleine absolvieren zu müssen. Mit totaler Aufregung machte ich mich auf eine fünfmonatige Reise, weit, weit weg von zu Hause, die mir noch lange in Erinnerung bleiben würde…

Das Eingewöhnen in der Familie ging relativ schnell. Ich lebte bei meiner Gastmutter und ihrer  17 jährigen Tochter, die auf dieselbe Schule wie ich ging, was sehr praktisch war. Der Partner meiner Gastmutter kam öfters zu Besuch und war auch echt lustig und nett! Auch den Rest der riesigen Familie lernte ich in den Weihnachtsferien in Calgary kennen.

Manche Dinge sind komplett anders als in Deutschland. Zum Beispiel waren die Waschmaschinen alleine schon gewöhnungsbedürftig oder die chaotischen Buslinien… Aber man gewinnt an allem Gefallen und hat eigentlich keine Probleme, solange man Leute anspricht und fragt. Die Kanadier sind alle sehr freundlich, herzlich und helfen gerne. Außerdem  gehört es letztlich auch dazu und war aufregend , wenn man ungewohnten Dinge meisterte.

 Die Umgebung und die Natur waren toll! Ich wohnte 10min vom Strand entfernt und verbrachte dort  häufig Zeit mit meinen Freunden. Unfassbar, dass Straßen und Häuser genauso aussehen  wie in Filmen! Von meiner Schule aus, der Claremont Secondary School in Saanich, hatten wir Meerblick, weil  sie auf dem Berg lag. In der Schule hatte ich folgende Kurse: Pre Calculus 11 (Mathematik), French 12, PE 10 (Sport) und English 10. Obwohl ich mich eigentlich lieber in Dance statt PE eingewählt hätte, bereute ich es letztlich keineswegs, an diesem Kurs teil genommen zu haben. Die Leute waren alle total nett und ich knüpfte viele kanadische Kontakte, die ich auch heute noch pflege. Nach der Schule versuchte ich an vielen Aktivitäten  teilzunehmen, um so viele Erfahrungen wie möglich zu machen und neue Leute kennen zu lernen!

Das International Programm organisierte zahlreiche Ausflüge nach Vancouver, in Camp und Skiausflüge nach Whistler… So lernte man auch andere Kulturen kennen und zusammen mit all den anderen Internationals seiner Schule neue Dinge bestaunen.

Zu Beginn meines Aufenthalts machte ich mir Gedanken, ich könnte Probleme mit der Sprache haben und würde nichts verstehen. Doch das war eines der kleinsten Probleme! Man verstand das Englisch echt gut, auch wenn man keinen großen Wortschatz besaß. Außerdem ermöglichten Hände und Füße, Dinge jeder Zeit verständlich zu machen.

Nach 3 Monaten, als schon einige Internationals ihre Heimkehr antraten, wurde mir schlagartig bewusst, wie wenig Zeit auch mir nur noch blieb. Von nun an wollte ich überhaupt nicht mehr nach Hause! Man hatte sich ein Leben aufgebaut, Freunde gefunden die man als seine Freunde bezeichnete und es schien mir, als sei man gerade erst angekommen. Es gilt ein Sprichwort, das auch auf Kanada zutrifft: Wer in den Norden reist weint zweimal: Einmal bei der Ankunft und einmal bei dem Abschied.

Ich würde jedem ein Auslandsjahr in Kanada empfehlen, der offen für Neues ist. Es ist eine fantastische Erfahrung, die prägt. Die einzigartige Natur, die es woanders so nicht gibt, die sehr herzlichen Menschen und die Englischkenntnisse, die man dazugewinnt, machen es einfach lohnenswert!